In der Ausbildung

Wenn es schlecht läuft: Ausbildung bei Frust abbrechen oder durchziehen?

Selbst wenn man sich vor einer Ausbildung gründlich informiert, kann es am Ende Probleme geben – weil es im Betrieb hakt, weil der Schulstoff überfordert oder weil der vermeintliche Traumjob am Ende doch anders ist als erwartet.

Was also tun? Die Ausbildung abbrechen?

Das sollte immer die letzte Möglichkeit sein, sagt Michael Schmitzer, Ressortleiter der Jungen IG Metall. „Die Ausbildung abzubrechen, ist natürlich ein harter Schnitt. Denn die investierte Zeit ist dann weg.“ Und anrechnen lässt sich das Gelernte meist nur auf ähnliche Ausbildungsjobs. „Hat jemand seine Ausbildung abgebrochen, weil das nichts für ihn ist, wird er auch an artverwandten Tätigkeiten wenig Freude haben“, so Schmitzer.

Besser ist es, zunächst nach der Ursache des Problems zu fahnden und dann eine Lösung zu finden. Wenn du in der Berufsschule nicht mitkommst, kannst du Nachhilfeunterricht beantragen. Dafür gibt es zum Beispiel die Ausbildungsbegleitenden Hilfen (ABH) der Arbeitsagentur. Und wenn du dich umgekehrt unterfordert fühlst, kannst du zusätzliche Aufgaben und Projekte übernehmen – oder deine Ausbildung gleich um ein ganzes oder halbes Jahr verkürzen.

Liegt das Problem dagegen im Ausbildungsbetrieb, kommt vielleicht ein Wechsel des Unternehmens in Frage. Etwa dann, wenn es menschlich nicht passt oder du nachweisbar zu wenig lernst. Feststellen lässt sich das mit einem Blick auf die zeitliche Gliederung der Ausbildung, erklärt Schmitzer: Damit kannst du überprüfen, ob deine Ausbildung so wie vorgesehen verläuft. „Wenn man dann deutlich hinter dem Plan zurück hängt, sollte man aktiv werden – sonst ist vielleicht der Abschluss gefährdet“, rät der Experte.

Einen neuen Betrieb suchst du dir entweder selbst, alternativ kannst du deine Gewerkschaft oder die zuständige Kammer kontaktieren. „Die kennen oft Betriebe, die gerade Azubis suchen, weil sie Plätze nicht besetzten können“, sagt Schmitzer. In Zeiten des Fachkräftemangels sei das oft kein Problem mehr – und Betriebe freuen sich meist über Neuankömmlinge, die nicht komplett ahnungslos sind.

Quelle: Westdeutsche Zeitung (30.05.2018): Ausbildung bei Frust abbrechen oder durchziehen? Unter: www.wz.de (abgerufen am 14.03.2019).


Quelle: www.azubistartpunkt.de